Wir erinnern uns:

die L22 wurde 1988 nach einer Entgleisung abgestellt und das RAW Schoeneweide, in Ermangelung Ersatzteile, sah von einer weiteren Revision der Lok ab. So fristete Sie Ihr Dasein in Rummelsburg.

Am 23.10.1990 (so schnell ging das) wurde der VEB Binnenhafen in die BEHALA integriert, die nun neuer Betreiber der Industriebahn war. Diese schrieb 1993 die L22 in einer Eisenbahnzeitung zum Verkauf aus.

Da die L22 von der AEG als Typ „Gummersbach“ bezeichnet wurde, und es in Gummersbach eine Kleinbahn gab, nahm der Betreiber des Brandenburgischen Museums für Klein- und Privatbahnen Kontakt mit der BEHALA auf und verhandelte über einen Kaufpreis. Man einigte sich und nun gab es nur noch die Frage zu lösen, wie die Lok nach Gramzow kommt .- das Museum fragte die AEG als Hersteller der Lok, ob diese den Transport und Kosten von ca. 7000 DM sponsern würde – was sie auch tat. So wurde die Lok von Rummelsburg zuerst mit einer BR 250 und später mit einer V60 nach Gramzow geschleppt. Man beachte die Höchstgeschwindigkeit der L22 von 40km/h.

Am 03.12.1993, nach 2 Tagen Überführungszeit, bekam die L22 eine neue Heimat. In der Zwischenzeit verzichtete die Behala auf den Kaufpreis.

Zu einem späteren Zeitpunkt realisierte das Museum durch eine ABM Maßnahme in Schwedt die Umlackierung in das jetzige Farbschema und einige kleine Reparaturarbeiten.

Warum Fehlannahme?: der Typ RO5  war nicht für Kleinbahnen konzipiert und als schwere Güterzuglokomotive (bei keiner Kleinbahn) im Einsatz.

Aber: die Fehlannahme bewahrte diese Lok vlt. vor der Verschrottung.

Ich bedanke mich besonders bei Hr. Engel vom Museum für Klein- und Privatbahnen für das Teilen dieser Geschichte.

Im Teil 2 erfahrt Ihr mehr von unserem Messtag in Gramzow.